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Langzeitfolgen ...

Wie kannst du dir als Nicht-Betroffener ein Bild davon machen, was es bedeutet, wenn ein kleines Kind misshandelt und sexuell missbraucht wird? Wie kannst und musst du dir die Folgen, die lebenslangen Folgen, die diese Kinder nie mehr loswerden, vorstellen?

Zunächst ist der Zeitpunkt des Missbrauchs sowie die strukturelle (persönliche und räumliche) Nähe zwischen Opfer und Täter zu differenzieren, auch wenn die Auswirkungen in allen Fällen von Missbrauch viele Ähnlichkeiten aufweisen.
So macht es zum Beispiel einen Unterschied, ob ein Kind vor seinem sechsten Jahr missbraucht wird, oder später. Oder, es ergibt sich ein Unterschied, ob der Missbrauch in der eigenen Familie (Vater, Bruder, Onkel oder, seltener Mutter) oder außerhalb der Familie stattgefunden hat.

Der entscheidende und wesentliche Unterschied zeigt sich in der späteren Behandelbarkeit (oder auch Therapierbarkeit) sowie der statistischen Lebenserwartung betroffener Opfer.

Am gravierendsten sind die Langzeitfolgen eines Missbrauchs, wenn ein Kind zum Zeitpunkt des Missbrauchs noch nicht sechs Jahre alt ist und sich von daher auch noch in der sogenannten Prägephase befindet.

Prägephase. ..? Prägephase definiert ein Zeitfenster, welches mit der Geburt beginnt und nach einer ziemlich genauen Zeit wieder endet. In dieser Prägephase werden postnatal zahlreiche grundlegende Eigenschaften und Charaktermerkmale festgelegt. Dies sind zum Teil körperliche oder organische Eigenschaften , aber zum Teil auch psychische, emotionale und kognitive Charakteristika.
Festgelegt bedeutet hierbei: für immer, also lebenslang und irreversibel festgelegt!
Eine Eigenschaft, die während der Prägephase festgelegt wird, lässt sich später, nach Ablauf der Prägephase definitiv nicht mehr ändern oder korrigieren. Zum Teil rührt diese Irreversibilität von sogenannten „switch-on“ Genen her. Hierbei handelt es sich um Gene, deren Besonderheit eben darin liegt, erst post-natal durch äußere Einflüsse aktiviert oder deaktiviert zu werden. Einmal ein- oder ausgeschaltet lassen sich diese besonderen Gene nach der Prägephase nicht mehr umschalten.
Prägephase, der Begriff leitet sich übrigens von dem Umstand ab, dass zu Beginn dieser Phase das neugeborene Kind auf die Bezugsperson  (in der Regel die leibliche Mutter) geprägt (fixiert) wird. Daher erklärt sich auch die in aller Regel extrem tiefe und stabile Mutter-Kind-Bindung. Selbst im  tiefsten Schlaf spürt eine Mutter, ob es dem Kind im Zimmer nebenan gut geht oder nicht.

Eine intakte und positive Prägung auf die Mutter oder (in Ermangelung einer Mutter) auf eine andere geeignete Person, wie Vater, Großmutter oder Pflegemutter ist zugleich auch das unabdingbare Fundament für Ur-Vertrauen. Für eine intakte, positive Mutter-Kind-Bindung sind die ersten Stunden bis wenigen Tage direkt nach der Geburt fundamental entscheidend.

Dir leuchtet von daher ein, dass eine Behandlung   - Behandlung hier im Sinne von vollständiger Heilung -  von in der eigenen Familie missbrauchter Kinder prinzipiell unmöglich ist. Diesbezüglich brauchst du dir keinen Illusionen hinzugeben. Egal, was so mancher sich selbst überschätzender Therapeut behaupten mag.

Hier liegt der wesentliche Unterschied, ob ein Kleinkind, ein Jugendlicher oder ein Erwachsener missbraucht wird. Bei den beiden letzteren ist eine Behandlung und Therapie sehr viel eher von Erfolg begleitet.

Das verharmlost allerdings nicht den Missbrauch eines Jugendlichen oder eines Erwachsenen. Missbrauch ist und bleibt immer noch das widerwärtigste, grausamste und perverseste Verbrechen überhaupt.

Auch, wenn es von daher quasi vollkommen aussichtslos erscheint, Kinder zu behandeln, die vor ihrem sechsten Lebensjahr in der eigenen Familie missbraucht wurden, lohnt sich der Weg dennoch.
24.7.16 21:54


Die Erzeugerin ...

… oder das, was ihr gemeinhin als Mutter bezeichnet. „Mutter“ … für mich ein Wort, ein Begriff, bei dem ich verdammt zwiespältige Emotionen hochkochen spüre. Einerseits ein Wort zum Kotzen hoch drei, andererseits zugleich ein Wort, welchem Respekt gebühren sollte.
Tja, ein Wort dem Respekt gebühren sollte … eigentlich. Eigentlich. Denn, eine Mutter schenkt jedem Mensch sein Leben. Daher ist keine Beziehung zwischen Menschen derart tiefgreifend, stabil und dauerhaft, wie die zwischen Kind und Mutter. Quell allen Lebens, aller Schöpfung, aller Vielfalt und Lebendigkeit.
Kein anderer kann allerdings je die Grausamkeit einem Kinde gegenüber übertreffen, die eine, ihr eigenes Kind hassende Mutter je erreicht.


Jahrgang 1933, im Mai. Geboren in Frankreich, Elsass, Strasbourg. Später, nach der Schule, Studium der Kunst und Malerei in Paris. Eine vom bürgerlichen Lande (Dorf), inmitten der großen, modernen und mondänen Großstadt. Anfang der 50iger Jahre Paris.

Als Sechsjährige den Kriegsausbruch erlebt, den Einmarsch der Wehrmacht über die belgischen Ardennen, an der Marginot-Linie vorbei … an der ihr Vater als Verwaltungsmitarbeiter mitgewirkt hatte. Der drohende Militärkonflikt mußte sicherlich öfters Thema in den Dorfgesprächen gewesen sein? Für Kinder nicht unbedingt eine schöne Zeit, auch wenn man dank des eigenen Gartens genügend zu Essen hatte. Mit zwölf dann endlich das Kriegsende. Eine Zeit ohne jegliche Rechtssicherheit. Eine Zeit, in der vieles und nichts zugleich geschehen konnte. Eine Zeit, in der Menschen allerlei widerfahren konnte …

Eine Zeit getränkt mit Grausamkeiten, Not, Elend usw… wer wollte nach dieser Zeit noch wirklich über diese nachdenken, über diese reden, an diese sich erinnern?

Anfang der 50iger in Paris. Als junge, attraktive Frau, Anfang zwanzig und das gesamte Leben noch zum Entdeckung vor sich. Eine junge und mondäne Künstlerin. Und dort, in Paris, auf einer Geburtstagsparty einer Freundin lernte sie diesen jungen deutschen Studenten kennen, der für ein Jahr in Paris an der Universität eingeschrieben war.
Keiner, auch niemand aus ihrer Familie, hat je verstanden, warum sie dann etwa ein  Jahr später diesen jungen und fremden Studenten aus Deutschland heiratete. Man bedenke, sie hatte diesen jungen deutschen Studenten  gerade mal drei mal gesehen und sich dann aus den Augen verloren … Bis dieser ihr dann  einen Brief schrieb, ob sie nicht seine Frau werden wolle. …
Scheiße, erst jetzt, wo ich das hier am schreiben bin, fällt es mir irgendwie wie Schuppen von den Augen. Man, man, was für Lügen. Schon alles kleines Kind spürte ich, daß die Erzeugerin nie diesen ihren Ehemann geliebt hat.
Langsam dämmert mir die Wahrheit. Ihr erstes Kind gebar die Erzeugerin im Mai 1957. Da war sie selber erst 24 Jahre alt. Die Zeitspanne der neun-monatigen Schwangerschaft zurückgerechnet, war die Erzeugerin also gerade mal 23, als sie geschwängert wurde. Zu dieser Zeit, in der sie in Paris zubrachte … und dieser Student aus Deutschland aber auch.

Für viele von euch dürfte es heutzutage kaum noch vorstellbar sein, was es zu jener Zeit für eine junge Französin bedeutete, sich von einem Deutschen, einem sogenannten „sale bosche“, geschwängert haben zu lassen. Der Krieg war gerade einmal 11 Jahre vorbei und steckte noch viel zu tief in den Menschen, als dass eine grundlegende Versöhnung auf Ebene der „kleinen“ Bürger bereits erreicht worden wäre. Für einen Franzosen war das quasi wie ein nachträglicher Verrat an der „grande nation“.
Hier dürften die eigentlichen Gründe liegen, warum die Erzeugerin diesen deutschen Studenten heiratete … heiraten musste. Möglicherweise werden ihre Eltern darauf bestanden haben, dass sie ihr Studium der Kunst in Paris abbrechen und nach Deutschland ziehen müsse, um diesen Deutschen zu heiraten. Um jede Schande für die Familie und für die Nation abzuwenden …
Und auf keinen Fall auch noch ein uneheliches Kind.

Es muss für die Erzeugerin die größte Enttäuschung des Lebens gewesen sein, ihren Lebenstraum als freischaffende Künstlerin wegen eines nächtlichen Amüsements mit diesem Deutschen aufgeben zu müssen.
Eines steht auf jeden Fall fest, unabhängig davon, was damals zwischen 1955 und 1957 en Detail wirklich abgelaufen sein mag: die Erzeugerin hat diesen ihren Ehemann nie geliebt.

Für viele junge Menschen heutzutage mutet dies sicherlich extrem altmodisch an, doch vor, während und, insbesondere die ersten zehn, zwanzig Jahre nach dem Krieg waren die Verhältnisse für zwischen-europäische Liebeleien sehr restriktiv.

Die Eltern ihres deutschen Ehemannes verhielten sich in den ersten Jahren ihr gegenüber hart und abweisend. Möglicherweise, weil sie ihr unterstellten, ihrem Sohn absichtlich ein Kind untergeschoben zu haben, damit er sie heiraten müsse.

Wie auch immer, zeitlebens erlebte ich die Erzeugerin als eine Frau, die nicht nur ihren Ehemann nicht liebte, sondern zutiefst in-sich-gekehrt und verbittert war. Ein glücklicher Mensch war sie nicht.

Als eine Legitimation für ihren gefühlskalten Umgang mit ihren drei Kindern kann und werde ich das dennoch nicht akzeptieren.


24.7.16 21:49


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